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Versagen - Resilienz - Weiterentwicklung



Häufig wird in den Medien nur so nebenbei über das Versagen berichtet und auch nur dann, wenn das Versagen überwunden wurde und daraus ein Sieg oder etwas positives entstanden ist.

Dazu möchte ich bewusst einen Gegenpol setzen.


Ich fühle mich gerade so unfit und unwohl in meiner Haut, wie schon lange nicht mehr. Diese Wintersaison hat mir richtig zugesetzt, sowohl physisch (ich habe mehr als 7 Kilos zugenommen) wie auch psychisch. Ich bin letztes Wochenende an der Talsole angelangt, es ging mir richtig mies, hatte starke Schmerzen physisch (Hüftgelenk) aber auch psychisch; so dass ich das halbe Wochenende geweint habe. Gründe dafür könnte ich Euch einige aufzählen, aber darum geht es mir gar nicht.

Es geht mir viel mehr darum, wie in der Gesellschaft mit "Versagen" umgegangen wird.


Wenn einem etwas nicht gelingt oder nicht gut gelingt, hat man das Gefühl man müsse es verstecken. Darf man in unsere Gesellschaft überhaupt noch Fehler machen?

Wir können nicht alle immer Gewinner sein, oder?

Ein Blick in die sozialen Medien lässt dies aber glauben und lässt einen persönlich noch schlechter fühlen. Unweigerlich fängt man an zu vergleichen mit den Anderen: "Ach hat die ein schönes Leben. Die war schon wieder in den Ferien. Sie sieht super aus. (Hintergedanke: ich nicht), Sie hat so viele Freunde und so viel Spass im leben..... etc., etc.

Der Vergelich mit anderen ist des Glückes Tod. Ich habe schon vor vielen Jahren gemerkt, dass mir facebook & co. nicht gut tun. Deshalb bin ich so zusagen fast nie dort (höchsten um Werbung für's Cuore zu posten ;-) und wähle den Umgang mit Medien sorgfältig aus.


Wir müssen wieder verstehen, dass wir aus Fehlern und Niederlagen oder wie auch immer wir das nennen wollen, wachsen und lernen können. Es ist viel wichtiger und besser für die persönliche Entwicklung, Fehler zu machen, als sich so zu verhalten, dass man keine Fehler macht. Wer keine Fehler macht, der wagt sich nie aus seiner Komfortzone, macht immer nur das, was er gut kann. Steckt also immer im selben Trott fest! Wer sich dabei wohlfühlt, o.k.


Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine gewisse Herausforderung brauchen in diversen Lebensbereichen, um uns glücklich zu fühlen. Wenn wir die Herausforderungen annehmen, uns eventuell exponieren, können wir scheitern und als "Versager" dastehen, aber nur dann können wir auch wachsen, unsere Persönlichkeit und unsere Resilienz stärken und weiterentwickeln.


Und ich weiss, da draussen gibt es ganz viele Menschen die sich auch manchmal soooo mies fühlen, wie ich gerade. Die sich dafür schämen, dass ihnen etwas nicht gelungen ist, wie ich auch. Ich dachte oder hoffte vor 2 Jahren, dass ich mein Ziel erreicht hätte. Endlich aus dem Binge-Eating raus zu sein und nach mehr als 4 Jahren ohne Binges mein Zielgewicht erreicht zu haben. Aber insgeheim wusste ich ja, dass es eine Sucht ist, wie bei einem Alkoholiker, mann ist nie ganz geheilt, die Tendenz dazu bleibt; man muss immer Achtsam sein mit sich und seinen Bedürfnissen. Gerade in schwierigen Zeiten, wo aus mehreren Richtungen (privat, geschäftlich und Weltgeschehen) Stressoren auftauchen, ist die Gefahr eines Rückfalls gross. Da ich selber Ernährungs-Psychologische Beraterin bin und zusätzlich Instruktorin für diverse Bewegungslektionen, schäme ich mich um so mehr dafür, dass ich mein(e) Problem(e) diesbezüglich noch nicht ganz überwunden habe.


Auf der anderen Seite weiss ich, dass es zeigt, dass wir alle nur Menschen sind und Leiden und Scheitern zum Leben gehören, genauso wie Mitgefühl und Verständnis für einander.

Und hey, es ist gut wieder mal zu spüren wo man steht im Leben und sich wieder neu auszurichten, auch wenn es einen Moment weh tut.

Das wichtigste ist doch, was man daraus macht. Ich habe mir viel Zeit genommen für mich und nachgespürt und analysiert, was ich wieder besser machen kann. Und das ist doch schlussendlich der Gewinn - dass wir dran bleiben, unsere Persönlichkeit mit all ihren Macken und Problemen zu akzeptieren, weiterzuentwickeln und in eine neue Lebensphase kommen, wo wir sagen können: "Ich habe wieder etwas aus diesem Tief gelernt" und wir können uns auf einem neuen, besseren Niveau wieder einpendeln.


Ich bin aktuell noch im Tal, aber ich seh den Aufstieg vor mir und mache mich auf den Weg und ich bin sicher dass es kein kleiner Spaziergang wird, sondern eher ein Marathon.


Ich bin bereit mich dieser Herausforderung zu stellen und möchte auch Dich motivieren, wo auch immer Du im Leben anstehst, geh weiter auf Deinem Weg, verfolge Deine Ziele und Visionen auch wenn es Rückschläge gibt und nicht immer einfach ist, ja das Versagen, die Tiefschläge, das alles gehört dazu. Das macht uns stärker. Es lohnt sich immer dranzubleiben. Umwege oder leichte Kursanpassungen sind nicht auszuschliessen.


Hey, wir sind alle, o.k. so wie wir sind!

Individuell, einzigartig, jeder hat seine Talente und Macken. Und doch geht es uns allen irgendwie gleich, oder nicht?

Entschuldigt also meine "Unfitness" (ein neues Wort ist entstanden ;-) und lasst uns gemeinsam weitertrainieren, auf physischer und psychischer Ebene, denn beides befruchtet sich gegenseitig.


Sei gut zu Dir und fordere Dich heraus, aber vergleiche nur mit Dir selbst, nie mit anderen!


Herzlich


Claudia



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