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Man sollte doch und müsste eben....


Im letzen Blog habe ich davon berichtet, wie wir uns häufig viel zu viele Gedanken darüber machen, was andere wohl von uns denken und uns damit einschränken. Dabei spielt das eigentlich gar keine Rolle. Wichtig ist nur was ich von mir denke.


In diesem Blog gebe ich dir 4 konkrete Strategien an die Hand, die dir helfen können, dein Mindset (deine Einstellung) zu verändern damit du dein Leben freier und authentischer leben kannst.



1. Hinterfrage DEIN Denken

Wir Menschen tendieren zu Denkfehlern, in der Psychologie nennt man das kognitive Verzerrungen.

Zum Beispiel entwickeln wir häufig negative Denkmuster und gehen vom Schlimmsten aus, oder konzentrieren uns in einer Situation besonders auf die negativen Seiten, statt auf die positiven. Wir ziehen voreilige Schlüsse, führen unzulässige Generalisierungen durch und so weiter.


Wenn du dir Sorgen darüber machst, was andere über dich denken, schleichen sich wahrscheinlich auch einige Denkfehler bei dir ein.


- Du projizierst deine eigenen Unsicherheiten und Erwartungen auf andere.

Hinter der Angst vor dem Urteil anderer steckt in vielen Fällen eine Übertragung der eigenen Unsicherheiten. So, wie wir andere Menschen dahingehend beurteilen, was wir für richtig und angemessen halten, tun wir es auch mit uns selbst.

Bist du also besorgt, jemand könnte dich bewerten oder verurteilen, bewertest du eigentlich dich selbst – und die andere Person gleich mit.

  • Du nimmst an, dass das, was du tust, eine negative Beurteilung nach sich zieht, weil DU glaubst, dass es nicht angebracht ist.

  • Gleichzeitig gehst du davon aus, dass die andere Person die gleiche Meinung zu deiner Handlung hat und dich auch dafür verurteilt.

  • Du projizierst also deine eigenen Gedanken auf jemand anderen.

Der Soziologe Niklas Luhmann hat für diesen Prozess den Begriff „Erwartungserwartung“ ins Spiel gebracht.

  • Das heißt, du hast eine bestimmte Erwartung darüber, was eine andere Person von dir erwartet und verhältst dich dementsprechend.

  • Diese Erwartung muss aber natürlich nicht zwangsläufig der Realität entsprechen.

  • Sie kann falsch sein.

Zum Beispiel gehst du davon aus, dass andere es unakzeptabel finden, wenn du eine Verabredung absagst, weil du zu erschöpft bist – obwohl du überhaupt nicht weißt, was sie über deine Absage denken. Sie könnten schließlich auch Verständnis dafür haben, dass du viel arbeitest und ab und zu mal deine Ruhe brauchst.


- Du beurteilst andere auf Basis von Halbwahrheiten und unvollständiger Information

Stell dir vor, du siehst ein Paar im Restaurant sitzen, das sich anschweigt. Du denkst dir „Uff, das ist ja unangenehm!“

  • Was du dabei nicht beachtest, ist die Wahrnehmung des Paares.

  • Vielleicht empfinden sie die Situation ganz anders als du.

  • Vielleicht genießen sie die Stille zusammen oder möchten sich ganz und gar auf ihr leckeres Essen fokussieren.

Wir neigen dazu, Menschen aufgrund einer konstruierten Realität zu beurteilen, die in unserem Kopf existiert. Diese ist aber nur eine Interpretation. Jeder Mensch hat seine eigene Realität. Es kann sein, dass dich jemand negativ für etwas beurteilt, was sich für dich total super und richtig anfühlt.

Umgekehrt kannst du dir ohne Ende Sorgen über eine mögliche Verurteilung bezüglich einer Entscheidung machen, die dein Gegenüber absolut bewundernswert und mutig findet.

Wenn du dich also das nächste Mal erwischst, wie du dir Sorgen darüber machst, was andere von dir denken könnten, überlege dir, ob diese Sorgen wirklich berechtigt sind.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du einen Denkfehler machst.

Auch hier gilt: Mach dir bewusst, wie unwichtig diese Gedanken sind.

  • Du wirst das Pärchen im Restaurant vielleicht für einen Moment komisch angucken.

  • Aber wirst du nur einen einzigen Gedanken an sie verschwenden, nachdem du das Restaurant verlassen hast?

2. Denke über das Worst-Case-Szenario nach

Wenn du das nächste Mal vor der Entscheidung stehst, etwas zu tun oder zu lassen, und du merkst, dass deine Angst vor dem Urteil anderer dich zurückhält, stell dir folgende Frage:


Was ist das Schlimmste, was passieren könnte, wenn ich .. [setze ein, was du vorhast] ..tue?

Nehmen wir zum Beispiel mal an, du würdest gerne ins Fitnessstudio gehen und traust dich nicht, weil du die letzten 5 Jahre keinen Sport gemacht und ein paar Kilos zugelegt hast.

Was kann passieren, wenn du es trotzdem tust?

  • Du wirst schwitzen und wahrscheinlich nicht gerade top gestylt aussehen und ja, Menschen werden dich in diesem Zustand sehen.

  • Vielleicht kriegst du ein oder zwei blöde Blicke.

  • Im schlimmsten Fall lässt irgendein Fremder einen blöden Kommentar los oder lacht über dich.

Ist das wirklich so dramatisch? Nein. Nein, ist es nicht.

Es mag unangenehm sein und ja, vielleicht tut es auch für einen kurzen Moment ein bisschen weh, aber mehr nicht. Du musst dich davon nicht unterkriegen lassen. Du kannst drüberstehen; schliesslich gibt es genügend andere, die sich das nicht trauen und nur auf der Couch sitzen. Du kannst also stolz auf dich sein.

Wenn du dir dieses Worst-Case-Szenario ausgemalt und festgestellt hast, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist, kommst du zur zweiten, viel wichtigeren Frage:

Was ist das Schlimmste, was passieren könnte, wenn ich mich aus Angst vor dem Urteil anderer davon abhalten lasse, das zu tun, was mich glücklich macht?

Denk einen Moment darüber nach.

  • Du gehst nicht ins Fitnessstudio, obwohl du gerne wieder trainieren würdest.

  • Das frustriert dich so sehr, dass du die Idee mit dem Sport gleich ganz bleiben lässt.

  • Du fühlst dich schlapp, unfit und unwohl in deinem Körper, was deine Selbstzweifel verstärkt und deinem inneren Kritiker in die Karten spielt.

  • Du beginnst aus Frust zu essen.

  • Im schlimmsten Fall entwickelst du sogar eine Krankheit, die du mit ausreichender körperlicher Bewegung womöglich hättest vorbeugen können.

Ich bin mir sicher, du erkennst selbst, dass dieses Worst-Case-Szenario weitaus schlimmer ist.

Wie traurig ist es, dass wir uns von dieser irrationalen Angst davon abhalten lassen, das zu tun, was wir möchten, was uns voranbringt, glücklich macht und erfüllt?


Wir kosten unser Leben nicht voll aus, halten uns zurück und verpassen Gelegenheiten, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, uns Sorgen zu machen, was irgendwelche für uns oft völlig irrelevanten Menschen über uns denken könnten.

Ist es das wirklich wert?

Und wenn es dir gar nicht um irgendwelche Menschen geht, sondern um diejenigen, die dir besonders nahestehen? Dass dir ihre Meinung wichtig ist, ist okay. Du kannst dir ihre Ansichten und Ratschläge anhören und selbst bestimmen, ob du sie in deine Entscheidung einfließen lassen willst. Wichtig ist nur, dass es am Ende deine Entscheidung ist und bleibt. Wenn du etwas wirklich tun (oder nicht tun) willst, lass dich von nichts und niemandem davon abhalten.

„I’d rather look back on life and say ‘I can’t believe I did that’ than ‘I wish I did that’. (Richard Branson)


3. Kenne deine Werte und Bedürfnisse

Wahrscheinlich fragst du dich, wie es dir gelingt, so selbstbewusst und sicher hinter deinen Entscheidungen zu stehen, auch wenn deine Bezugspersonen anderer Meinung sind. Die Antwort darauf findest du, wenn du dir selbst diese Fragen stellst:

  • Was ist dir wichtig im Leben?

  • Nach welchen Grundsätzen willst du leben?

  • Welche Eigenschaften und Einstellungen schätzt du am meisten?

Deine persönlichen Werte zu kennen, ist wie eine helle Taschenlampe, die dir Orientierung gibt, während du Nachts durch den stockdüsteren Wald irrst.

Wenn du schwierige Entscheidungen zu treffen hast, können sie dich leiten und dir ein Gefühl von Sicherheit geben, das dich dagegen wappnet, Gefühlen wie Scham oder Selbstzweifeln zu verfallen, sobald jemand deine Entscheidung hinterfragt (oder du aus irgendeinem Grund erwartest, er würde so denken).

Lass mich dir ein paar Beispiele geben:

  • Gehört Mut zu deinen Grundwerten, musst du dir auch nicht so viele Sorgen zu machen, ob jemand dein Outfit zu „gewagt“ findet. Vielleicht ist es das, na und? Du weißt, du bist mutig und dass es dir wichtig ist, mutig durch´s Leben zu gehen.

  • Weißt du, dass dir Freiheit besonders wichtig ist, kannst du die fragenden Blicke oder zweifelnden Kommentare, nachdem du dein Angestelltenverhältnis aufgegeben hast, um dich selbstständig zu machen, viel leichter ignorieren.

  • Setzt du in deinem Leben auf Authentizität, kannst du deine Meinungen und Weltanschauungen auch auf die Gefahr hin äußern, dass jemand dir widerspricht. Denn dir ist es wichtiger, du selbst zu sein, als überall gut anzukommen.

  • Spielt Ich-Zeit eine wichtige Rolle für dich, kannst du Nein sagen, wenn jemand deine Zeit beanspruchen will, statt dich von der Angst leiten zu lassen, wie eine Egoistin wahrgenommen zu werden.

Nimm dir Zeit, mach dir Gedanken und schreibe deine wichtigsten Werte auf. Sie zu kennen, wird dir einen großen Teil deiner Angst nehmen bzw. die Urteile und Bewertungen anderer relativieren.

PS: Werte und Bedürfnisse sind ein wichtiges Thema, besonders in der heutigen Gesellschaft. Deshalb werde ich Dir hierbei noch mehr Unterstützung liefern in einem der nächsten Blogs ;-)


4. Übe dich in Selbstwertschätzung und Selbstliebe

Wenn du dich selbst mit all deinen guten und schlechten Seiten annimmst, kann die Meinung anderer dir nichts mehr anhaben.

Du wirst wissen, dass nichts von dem, was sie tun, sagen oder über dich denken, wirklich etwas mit dir zu tun hat sondern mehr mit ihnen selbst.

Selbstliebe oder Selbstwertschätzung, können für viele auch ganz schwierige Themen sein, besonders wenn du dich jahrelang selbst abgewertet und abgelehnt hast.

Deshalb werde auch dieses Thema in einem der nächsten Blogs weiter vertiefen.


Bis dahin, hab eine gute Zeit und bleib Achtsam gegenüber deinen Gedanken.


Herzensgrüsse


Claudia

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